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AZ vom 23.10.2010: Konkurrenz für Vereine befürchtet
Konkurrenz für Vereine befürchtet
Stadtjugendring und Rektor hinterfragen geplantes Projekt an Schulen kritisch
Die Heimatverbundenheit stärken soll das Projekt "Jugendarbeit und Schule - Kinder und Jugendliche gestalten ihre Lebensräume". Der Landkreis sagte dem vom Staatlichen Schulamt koordinierten Vorhaben bereits im Juni zu. In dieser Woche zogen nun die Amberger nach. Doch es gab auch Einwände.
"Nicht sehr zielführend"
"Wir haben den Bund Naturschutz und die Angler. Die machen genau das, was hier drin steht", sagte Horst Pongratz, Vorsitzender des Stadtjugendrings. Das Projekt "Jugendarbeit und Schule" soll unter Federführung der Kommunalen Jugendarbeit in Stadt und Land laufen und erst einmal für zwei Jahre erprobt werden. Zu den Inhalten gehören beispielsweise die Gestaltung des Pausenhofs, die Pflege eines Biotops oder die Verschönerung des Klassenzimmers. Die Vorlage von Horst Pongratz, Vereine könnten dadurch geschwächt werden, nahm Grünen-Stadtrat Hans-Jürgen Bumes auf: "Komplett zweigleisig zu fahren, sehe ich nicht als sehr zielführend an." Isabel Wernekke, Rektorin an der Rupert-Egenberger-Schule, lenkte die Diskussion in eine andere Richtung: "Das Erleben im Klassenzimmer ist etwas, was in Vereinen und Verbänden nicht möglich ist. Ich denke, wir sollten das eine tun und das andere nicht lassen."
Hans-Joachim Schön, Schulleiter in Ammersricht, relativierte: "Dass so eine Aktion gut ist, will ich gar nicht bestreiten. Aber ob sich da im Team wirklich was bildet, wage ich zu bezweifeln." Schön argumentierte: "Wir waren mit unserer Praxisklasse beim Kanufahren und haben eine Streuobstwiese gepflanzt. Die Kinder nehmen das auch gerne an, weil es ein schulfreier Tag für sie ist. Ich bin aber der Auffassung, dass wir in der Schule auch unterrichten sollten." Die Ganztagsbetreuung der Kinder sei ein Segen, wenn die qualifizierte Betreuung vorhanden ist. Schön: "Da sehe ich aber eher Ansatzpunkte."
Zuschuss von 4860 Euro
Mehrheitlich entschieden sich die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses dafür, das Projekt zu unterstützen. Die Stadt wird sich mit einem Zuschuss von 4860 Euro beteiligen. Die Kosten spielten bei der Abstimmung in Amberg keine Rolle. Ganz anders war das im Landkreis. Im für die Jugend zuständigen Amberg-Sulzbacher Gremium stimmten zwei CSU-Vertreter dagegen. Gisela Mosburger (Birgland) bestritt für ihre Fraktion nicht die gute Absicht des Projekts, begründete die Ablehnung aber mit finanziellen Aspekten: "Wir müssen einfach sparen."

