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Neues vom BJR
AZ vom 09.03.2011: Bildung stört Rechtsextremismus
Aktionsbündnis "Bunt statt Braun" setzt auf aktive und kreative Vergangenheitsbewältigung
Auf den einschlägigen rechtsextremen Homepages werden sie beispielsweise als "unnütze Blödelbündnisse" verhöhnt. Das ficht das Amberger Bündnis "Bunt statt Braun" wenig an. Es setzt der Rechtsaußen-Dumpfbackigkeit sein Engagement in Richtung Aufklärung und Bildung entgegen. Etwa mit "Die Mädchen von Zimmer 28". Das Bündnis "Bunt statt Braun" möchte das Projekt "Room 28" mit einer Rekonstruktion von "Zimmer 28, L 410, Theresienstadt" im Sommer nach Amberg holen. Der Stadtjugendring arbeitet seit einigen Wochen daran, das vielfältige und renommierte Projekt nach Amberg zu holen. Bei dem Bündnis stießen die Initiatoren durchweg auf offene Ohren und tatkräftige, sprich auch finanzielle Unterstützung. Bei einer Sitzung am Mittwoch sicherten der Bündnisvorsitzende, der evangelische Pfarrer Rainer Kroninger, und auch Bürgermeister Michael Cerny ihre Unterstützung zu.
Möglichst breit streuen
Das Hauptanliegen aller Beteiligter war, das Projekt in seinen Aktivitäten möglichst breit zu streuen und ganz gezielt Schulen (ab der achten Jahrgangsstufe) sowie Jugendverbände einzubinden. Auch in diesem Punkt bekräftigten die Bündnismitglieder ihre Unterstützung. Cerny wünschte sich zudem, die Projektarbeit nicht ausschließlich auf die Stadt zu beschränken. Er sähe gerne auch die Region einbezogen. Für die eigentliche Ausstellung fassten die Organisatoren ein Zeitfenster von Ende Juni bis Ende Juli ins Auge.
Keinen akuten Handlungsbedarf sieht "Bunt statt Braun", derzeit in der Stadt gezielt mit eigenen Aktionen gegen rechtsextreme Aktivitäten vorzugehen. Ein kürzlich bereits andiskutierter Dialog mit dem Gaststättenverband oder Lokalbetreibern solle allerdings nicht aus den Augen verloren werden. So berichtete kurz Stefan Dietl von der Verdi-Jugend von der in Regensburg seitens der jungen Gewerkschafter gestarteten Aktion "Kein Bier für Nazis!".
Einen agrarpolitisch sehr wunden Punkt, so Kroninger, treffe eine derzeit laufende NPD-Kampagne zur Vereinnahmung von Milchbauern. "Die sind da an einem Frustpotenzial nah dran", musste er bedauernd eingestehen. Inwieweit die rechtsextreme Flugblattaktion auf politisch fruchtbaren Boden falle, könne er allerdings nicht beurteilen. Noch vorsichtige Überlegungen stellte die Runde an, ob Ambergs "Bunt statt Braun" sich eine Web-Adresse zulegen und sich mit weiteren, gleichnamigen sowie -ausgerichteten Aktionsbündnissen zumindest zum Informationsaustausch vernetzen soll.

