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Neues vom BJR
AZ vom 03.11.2011: Schulen und Vereine vernetzen
Schulen und Vereine vernetzen
Stadtjugendring will neue Wege gehen - Das Ziel: Bildungs-Stadt qualitativ ausbauen
Weg von der Eiskugel-Aktion am Marktplatz, hin zu mehr Service. Mit der personellen Neubesetzung der Geschäftsstelle will sich der Stadtjugendring (SJR) laut seines Vorsitzenden Horst Pongratz auch inhaltlich neu ausrichten. Wesentlicher Anspruch ist die Umsetzung der Bildungsleitplanung. Dabei schwebt Pongratz ein Modell vor, das es in der Oberpfalz so noch nicht gibt. Der SJR soll als Dienstleister zwischen Schulen und Vereinen fungieren.
"Uns geht es in Zeiten des demografischen Wandels darum, die Bedeutung Ambergs als Bildungs-Stadt zu halten und vielleicht sogar qualitativ auszubauen." Konkret bedeutet das: Schulen benötigen für die Nachmittagsbetreuung der Kinder fernab des Lehrplans sinnvolle Inhalte, zeitgleich klagen Vereine und Verbände über Nachwuchsmangel.
Datenbank erstellen
An dieser Stelle wollen Horst Pongratz und die neue Geschäftsführerin Anja Gebhard ansetzen. Sie planen den Aufbau einer Datenbank, in der die Angebote der Vereine an Schulen vermittelt werden können. "Das Staatliche Schulamt hat uns ermutigt, diesen Weg zu gehen. Ein großes Interesse wurde auch von den Mittelschulen bekundet", sagt Pongratz, der sich aber noch lange nicht am Ziel sieht. Das Vorhaben kostet nämlich Zeit und Geld. Beides ist beim Stadtjugendring nur begrenzt vorhanden. Deswegen hat Pongratz im Oktober zwei Anträge an die Stadt gestellt. Die wöchentliche Arbeitszeit der Verwaltungskraft (bisher fünf Stunden pro Woche) soll aufgestockt werden. Außerdem geht es um "eine moderate Ausweitung" der Zuschüsse um 1900 Euro. Beide Wünsche müssen erst noch vom Finanzausschuss der Stadt beraten werden.
Theoretisch ab Herbst 2012
Auch die Herbstvollversammlung des SJR muss noch zustimmen. Termin ist am Freitag, 25. November, um 19 Uhr in den Räumlichkeiten des Technischen Hilfswerks an der Drahthammerstraße. Das Einverständnis vorausgesetzt, könnte die Datenbank zum neuen Schuljahr 2012 startklar sein. Anja Gebhard ist von der Idee schon jetzt überzeugt: "Die Schulen suchen teilweise händeringend nach Angeboten. Wir haben den Zugang zu den Vereinen und Verbänden. Wir können das auf eine Basis stellen, die hohe Qualität hat."
Angemerkt
Nachteile nicht in Sicht
Für viele Amberger ist es im Moment ein eher abstrakter Begriff: Bildungsleitplanung. Vom Stadtrat in Auftrag gegeben, ist sie politisch gewollt, aber noch nicht für alle ersichtlich mit Leben erfüllt. Im Mai gab es die erste Bildungskonferenz, danach gründeten sich mehrere Arbeitsgruppen. Der Stadtjugendring ist gedanklich schon einen Schritt weiter. Er will die Angebote der Vereine und die Bedürfnisse der Schulen zusammenbringen. Als Dienstleister und Koordinator, der den Rektoren und Vorsitzenden dabei helfen will, Zeit zu sparen. Denn bisher waren die Schulleitungen bei der Suche nach sinnvollen Nachmittagsgestaltungen oft auf sich allein gestellt.
Eine Datenbank soll dies in Zukunft vereinfachen. Ähnlich einer Partnerbörse werden die Schulen und Vereine "verkuppelt". Gegenseitige Sympathie natürlich vorausgesetzt. Ein Modell, das nur Vorteile hat: Das Schulamt kann sich über Abwechslung im Ganztagesangebot und Entlastung der Rektoren freuen, die Vereine kommen mit potenziellen neuen Mitgliedern in Kontakt und der Stadtjugendring liefert den Beweis, warum es unerlässlich ist, eine hauptamtliche Kraft zu haben.
Selbst die Stadt, die die Anschubfinanzierung übernehmen soll, befände sich auf der Siegerseite: Das Vernetzen von Schulen und Vereinen steigert die Attraktivität des Bildungsstandorts. Zudem könnte ausgeschlossen werden, dass die nachmittäglichen Angebote in den Schulen kommerzialisiert werden. Ein Modell mit Vorbildcharakter. Nachteile sind wirklich nicht in Sicht.

